Landgericht Osnabrück, Urteil vom 28.01.2016

Der Kläger nahm an einem Live-Rollenspiel teil, in dem es geplanter weise zu einer Kampfszene zwischen Dorfbewohnern und Plünderern kam. Es wurden Schaumstoffschwerter und Schaumstoffkeulen benutzt. Der Kläger behauptete, dass eine andere Person ihn mit der Schaumstoffkeule dergestalt gegen den Kopf geschlagen habe, dass er ihn im Bereich der Schläfe und des Auges getroffen und es daher zu einem Dauerschaden gekommen sei, dass die Sehfähigkeit voraussichtlich nicht wiederhergestellt werden könne. Neben dem Schmerzensgeld in Höhe von Euro 40.000,00 verlangte der Kläger auch Verdienstausfall sowie die Feststellung der Eintrittspflicht des Beklagten, der ihn verletzt haben soll, für alle Zukunftsschäden.

Das Landgericht Osnabrück wies die Klage ab. Zwar folgten die Richter dem Kläger insoweit, dass es tatsächlich einen Schlag gegen den Kopf gegeben habe, die Richter gingen jedoch nicht davon aus, dass der Beklagte diesen Schlag bewusst geführt habe. Bei solch einem gespielten Kampfgeschehen müsse es jedem bewusst sein, dass es auch zu unkontrollierten Schlägen und Verletzungen im Bereich des Kopfes kommen könne. Der Kläger habe sich diese Eigengefährdung freiwillig ausgesetzt, ein vorsätzlicher Schlag des Beklagten könne nicht nachgewiesen werden.

(Landgericht Osnabrück, Urteil vom 28.01.2016, Az. 4-O 1324/15)